#HEIMATHAAFENEMDEN

Schließungsbeschluss aufgehoben

(19.10.2020)

Bei ThyssenKrupp Marine Systems in Emden plante die Geschäftsführung 2017 die Schließung des Standortes mit seinen 222 Konstrukteurinnen und Konstrukteuren. Aber die Belegschaft wehrte sich. Der Erfolg kam nach langen Verhandlungen von Gewerkschaft, Betriebsrat und Geschäftsführung im September 2020, der Schließungsbeschluss wurde durch die Geschäftsführung aufgehoben.



Ein Weg zum Erfolg waren von der Interessenvertretung organisierte „Treppenhausrunden“ zum regelmäßigen Austausch mit den Beschäftigten. „Wir haben die Kolleginnen und Kollegen von Anfang mitgenommen“, erzählt Amke Wilts-Heuse, Betriebsratsvorsitzende von TKMS in Emden. T-Shirt und Kapuzenpullis mit „Heimathafen Emden“-Aufdruck schufen eine Identifikationsfläche für den Kampf um den Standort. Mit Präsenz auf Kundgebungen und Konferenzen sowie Ansprache der Politik suchte die Interessenvertretung zusammen mit den Beschäftigten und der IG Metall die Unterstützung der Öffentlichkeit. „Die Öffentlichkeit und Politik zu suchen, war sehr wichtig«, sagt Franka Helmerichs, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Emden.

Zur Strategie gehörte auch das Alternativkonzept zur Standortschließung „Zukunft für Emden“. Seine Kernbotschaft: Durch die Schließung und den Umzug gehen viele Fachkräfte unwiederbringlich verloren. Vom Konzept gingen wichtige Impulse aus: IG Metall und Betriebsrat sorgten dafür, dass es seit 2017 auch wieder Einstellungen am Standort gibt. Auch Ideen wie Kooperation der Standorte und mehr Digitalisierung in der Zusammenarbeit wurden von der Geschäftsführung übernommen. Eine Projektgruppe „Emden neu denken“ vom Betriebsrat, der IG Metall Emden und der Hochschule denkt industriepolitisch in die Zukunft, wie das Gelände der Nordseewerke weiter genutzt werden kann. »Alle Beschäftigten am Standort haben zusammen an die 4000 Jahre Erfahrung im Schiffbau. Wir haben alles dafür getan, dass dieser Wissensschatz erhalten bleibt«, sagt Wilts-Heuse.



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